Gletschertagebuch

Herbstbegung 2008

30.09.2008 um 16:51

Das Wetter war günstig und so starteten wir am 29.09. zur alljährlichen Herbstbegung auf den Hallstätter Gletscher. Diese findet meist kurz vor Beginn des neuen hydrologischen Jahres (1.Oktober) statt. Die Gruppe bestehend aus sechs Männern, zwei Frauen und einem Hund wurde in zwei Schacht- und in eine Pegelgruppe eingeteilt. Es galt die herrlichen Verhältnisse zu nutzen. Bei 30 bis 50 cm Pulverschnee war die Pegelablesung zwar mit herrlichen Abfahrten garniert, zwischendurch mussten aber die eingeschneiten Spalten umgangen werden. Natürlich wurde stets am Seil gegangen und gefahren.

 

pulverschnee_400

 

Die Pegel waren trotz Schnee leicht zur finden. Seit der letzten Nachbohrung Ende August ist doch noch Einiges an Eis abgschmolzen und dementsprechend weit ragen die Pegel aus dem Eis bzw. Schnee.

 

pegelablesung_400 eishhle_400

 

Gegenüber August haben sich die Spalten noch weiter vergrößert. An den Gletscherflanken öffnen sich einige Meter hohe Höhlen. In diesen sieht man deutlich wie das Eis bei größeren Geländestufen vom Fels abhebt. Durch die Witterung vergrößern sich die Höhlen laufend. Im Inneren sind herabgefallene Eisblöcke zu finden.

 

eishhle_kay_400

 

Alle Pegel bis auf einen wurden gefunden und abgelesen. Dann ging es wieder aufwärts zu den Schachtgraber/Innen.

 

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Im Herbst sind die Schächte grundsätzlich nicht so tief wie im Frühjahr. Zwischendurch sind aber immer wieder harte Schneeschichten oder Eislinsen eingelagert. Diese entstehen durch eindringendes Schmelzwasser und können meist nur mit Hilfe des Eispickels durchstossen werden.

Im Bild unten das Profil des Schachtes beim Hohen Kreuz. Man sieht deutlich die Neuschneeauflage. Im Hintergrund der Hohe Dachstein.

 

schacht_hoheskreuz2008_400 schacht_400_01

 

Der Aufbau der Schneedecke war bei allen Schächten ähnlich: 40-50 cm Neuschnee, 1-2 Eislinsen und Gesamttiefe bis zum alten Horizont ca. 2.5 bis 3 Meter.

 

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Bilanz vom 1. Tag: 15 Pegel abgelesen und 2 Schächte am westl. Teil des Gletschers gegraben. Da sich das Wetter von seiner feinen Seite präsentierte, folgte noch eine winterliche Besteigung des Hohen Dachsteins. In der Seethalerhütte gabs wie immer einen perfekten Service. Danke an das Hüttenteam für Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeit.

 

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Eine Kaltfront bescherte dann am 2. Tag eher trübes Wetter. Der Wind war ober nicht nicht allzu stark und so wurden auch die beiden letzten Schächte gegraben. Der Schacht oberhalb des Eisssteins zeigte ähnliche Struktur wie vom Vortag. Der Schacht nahe der Loipe war um Einiges tiefer.

 

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Nach Abschluß der Herbstbegehung folgte noch ein Besuch des Eispalastes. Dort kann man neuerdings auch eine Gletscherspalte von Innen bewundern.

 

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