Gletschertagebuch

Gletscherbericht Gosaugletscher

15.11.2008 um 13:46

 

Anfang September wurde im Bereich des Gosaugletschers die schon traditionelle Gletschervermessung für den Bericht des Österreichischen Alpenvereines (http://www.alpenverein.at/) durchgeführt.

 

adamek_08_400

 

Die Dachsteingletscher gehen nach wie vor zurück wenn gleich die Rückgangsraten im letzten Jahr nicht ganz die Extremwerte vergangener Jahre erreichten.

Wie kann dies begründet werden?:

 

Klima: in den letzten Monate herrschte teilweise „gletschergünstiges Wetter", d.h. im Sommer gab es 2-3 Episoden in denen der Gletscher mit Schnee bedeckt war, diese mehrtätigen kühleren Phasen mit Schnee schützen den Gletscher vor Sonneneinstrahlung und somit Abschmelzung.  Der letzte Winter entwickelte sich im Hochgebirge (im Flachland merkte man davon nichts) als sehr schneereich und somit war das Eis bis in den Juni hinein geschützt.

Wie in den letzten Jahren war auch heuer der Frühsommer wieder sehr heiß und so ware die meterhohe Schneedecke im Juli bereits wieder verschwunden.

 

Relief: gerade am Gosaugletscher ist der Rückgang des Eises stark vom Untergrund beeinflusst, derzeit zieht sich der Gletscher hinter einen Felsrücken zurück und so ist der Längenrückgang von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Der Randbereich ist stark zerfurcht und besteht gerade im westlichen Bereich aus abrutschenden Blöcken welche aber noch dem Gletscherkörper zugerechnet werden, stellenweise kommt es dadurch sogar zu kleinen „Vorstößen"

 Im Mittel über 8 Marken kann der Gosaugletscher zwar als stationär betrachtet werden (+- 0), der Verlust in der Eisdicke ist aber nach wie vor extrem und liegt im unteren Bereich bei einigen Metern pro Jahr.

 

Rückgangsraten: Gr. Gosaugletschter + -0 Meter

                        Schneelochgletscher -8,5 Meter

 

Um diesen Verlust in der Eisdicke auch am Gosaugletscher  messen zu können wurde im Jahr 2007 ein Holzpegel 8 Meter tief in das Eis gebohrt, an diesem kann der Eisverlust direkt abgelesen werden. Vom 28.06. bis zum 08.09. schmolzen exakt 350 cm Eis davon.

 

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Wie stark die Abschmelzung in den Sommermonaten nach wie vor ist kann man auch anhand des Zustandes der Gletscheroberfläche sehen, diese ist zerfurcht und von mäanderförmigen Wasserrinnen durchzogen. Auffällig ist auch die Zunahme des Schuttes auf der Gletscheroberfläche, ein Hinweise auf die steigende Steinschlagtätigkeit, bzw. das Nachrutschen der seitlichen Gesteinsmassen.

 

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