Gletschertagebuch

Frühjahrsbegehung 2010

06.05.2010 um 13:25

Am 3. und 4. Mai erfolgte die Frühjahrsbegeung 2010. Dieses Jahr führte ein sechsköpfiges Team bestehend aus Elke Lemmerer, Anna Haberkorn, Klaus Reingruber, Simon Hölzl, Martin Stocker-Waldhuber und Kay Helfricht die Messungen zur Winterbilanz durch. Obwohl das Wetter mit Wolken und Wind aufwartete, wurden alle Schneeschächte gegraben und die Schneeverteilung über den gesamten Gletscher sondiert. Dabei stellte sich eine deutlich geringere Schneedecke gegenüber den Vorjahren heraus. Die durch den Dichteabstich an den Schneeschachtpositionen ermittelte Rücklage enthält zwischen 30% bis 40% weniger Wasseräquivalent als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Der tiefste Schneeschacht gab den Schmutzhorizont der vergangenen Ablationsperiode bereits in einer Tiefe von 4,26 m frei (zum Vergleich 2009: 6,68 m). Die Schneeoberfläche zeigte sich deutlich dunkler gegenüber dem darunter befindlichen Schnee (siehe Foto), was eine verringerte Albedo und damit eine erhöhte Aufnahme der Strahlungsenergie zur Folge hat.

 

Schneeschacht 2  oberhalb des Eissteins

 

Diese oberflächliche Schmutzschicht kann auch eine Folge der Vulkanascheablagerungen sein. Die oberste Schneeschicht zeigte sich daher sehr grobkörnig und nass. Ansonsten war die Schneedecke nur von wenigen dünnen Eislinsen durchsetzt. Dies erleichterte auch die Sondierungen, da aufgrund des deutlich spürbaren Horizontes eindeutig interpretierbare Ergebnisse erzielt werden konnten. Logistisch unterstützt wurde die Messkampagne einmal mehr von der Dachsteinbahn (Transport) und der Seethaler Hütte (Nächtigung).

 

Anna beim Schachtschaufeln




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