Alarm am Dachstein – Aktuelle Massenbilanz zeigt Rekordschwund am Hallstätter-Gletscher
Der Hallstätter Gletscher steht im Jahr 2025 vor dem größten Massenverlust seit Beginn des oberösterreichischen Messprogramms im Jahr 2006. Ein schneearmer Winter, ein außergewöhnlich heißer Frühsommer und mehrere Niederschlagsereignisse mit einer Schneefallgrenze weit über 3.000 Meter haben die schützende Schneedecke bereits im Juli größtenteils verschwinden lassen und eine flächendeckende Ablation ausgelöst. Damit setzt sich ein Trend fort, der seit 19 Jahren wissenschaftlich dokumentiert wird: Der größte Gletscher des Dachsteinmassivs hat seit Messbeginn von rund 152 Millionen Kubikmetern über 56 Millionen Kubikmeter und damit ein Drittel seiner Masse verloren; auch die Fläche des „ewigen Eises“ ist um etwa einen Quadratkilometer geschrumpft. Weltweit verlieren Gletscher derzeit jährlich rund 335 Milliarden Tonnen Eis, was den Meeresspiegel pro Jahr um knapp einen Millimeter ansteigen lässt. Nach tausenden Jahren haben sich der Hallstätter und Schladminger Gletscher getrennt. Wege müssen gesperrt oder verlegt werden und touristischen Infrastrukturen sind stark betroffen.
Seit 19 Jahren begleiten Messungen am Hallstätter Gletscher den Wandel systematisch. Pro Jahr sind acht bis zehn Messtage am Eis notwendig, ergänzt durch Wartung der Wetterstationen und Kameras. Zunehmend kommen digitale Fernerkundungsmethoden – von Satellitenbildern über Luftaufnahmen bis zu Zeitrafferkameras – als Ergänzung zu den klassischen Punktmessungen zum Einsatz.
Mehr dazu lesen Sie in der Unterlage zur Pressekonferenz mit Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Forschungsleiter Mag. Klaus Reingruber und Vorsitzender des Alpenvereins Austria Prof. Friedrich Macher unter: